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Aktuelle Neuigkeiten der Kreishandwerkerschaft Jena

 
01.08.2018

Glanz für Sonne,Mond und Drachen

Ob ihm das Malen in solch luftiger Höhe hoch oben an der Uhr des Volkshausturms denn nichts ausmache, lautet die Frage des Autors an den Jenaer Malermeister Michael Sölle vom Malerfachbetrieb G&S.„Ich schaue doch nicht nach unten, sondern auf mein Arbeitsfeld. Da muss ich mich voll konzentrieren“, sagt der erfahrene Maler,der im Auftrag der Ernst-Abbe-Stiftung derzeit das hölzerne Umfeld der Turmuhr am Volkshaus wieder so ausmalt, wie es ausgesehen hat, als das Volkshaus 1902/1903 im Jugendstil erbautwurde. Die Malerei rund um die große Uhr war durch Einwirkung von Wind und Wetter im Laufe dervergangenenJahrestarkverblasst, so dass die Ernst-AbbeStiftung als Eigentümerin und Bauherrin der gegenwärtigen Sanierung auch die Restaurierung der Uhr-Einfassung des Turms für wichtig erachtet und den in Sachen denkmalpflegerische Bemalung erfahrenen Michael Sölle dami tbeauftragt hat. So ist der Malermeister auf dem Baugerüst mit viel Eifer bei der Sache, die hier befindlichen Verzierungen zu alter Pracht zu verhelfen. Dabei hat er in der Tat wenig Zeit,um sich der Aussicht auf die Goethe-Galerie oder die Berge von Jena hinzugeben. „Wenn ich bei der Arbeit vor mir die Tiefe hätte, wäre ich vielleicht etwas verunsichert“, schmunzelt Sölle und widmet sich mit Akribie seiner denkmal
pflegerischen Arbeit am Turm. Typisch für die Jugendstilzeit sind hier die fantasiereichen Ornamente,die an Schlangen oder auch an Pflanzenmotive erinnern. Linksobensoll die Sonne genauso wieder goldfarben leuchten wie die Sterne und rechts oben die Mondsichel. An den beiden unteren Ecken der Uhr sind zwei kaum noch erkennbare Drachen abgebildet. Filmreife Urtiere an der Volkshausuhr
„Sie sind eigentlich sehr modern gemalt worden, geradeso wie aus heutigen Science-Fiction Filmen“,sagtSölle lächelnd und wird die Fabelwesen natürlich wieder in kräftigem Grün aufpäppeln. Ebenso wie die angedeuteten Palmenzweige links und rechts, die auch wieder in einem Grünton schimmern sollen.Die Holzbalken,die dieUhr an den Seiten eingrenzen, werden hingegen in einem Rotbraun erstrahlen. Und die Uhr selber? Für ihre römischen Ziffern sowie die Zeiger ist Anthrazit angedacht.Die Ziffern werden dann auch von innen noch einmal nachgemalt, kündigt der Malermeister an. So 80 bis 100 reine Arbeitsstunden werden es wohl sein, schätzt Michael Sölle ein, die er für die Ausmalung benötigen wird. Es seien viele Details, die von den Künstlern an jenem Bau vorüber 100 Jahren liebevoll gefertigt worden seien. Es mache Spaß, dieser Arbeit wieder zu neuem

Ausdruck zuverhelfen. Wer die Ornamentik am Turm geschaffen hat, ist nicht bekannt. Bekannt aber ist, dass für die künstlerische Ausgestaltung desVolkshauses1902/1903 der in Jena wirkende Jugendstilmaler Erich Kuithan verantwortlich war. Auf ihn gehen die prägenden Ornamente im Volkshaussaal zurück, die allerdings bei einer Erneuerung des Saales 1926/27 übermalt und erst bei der Sanierung Ende der 1980er Jahre wieder freigelegt wurden. Bei der aktuellen Sanierung spielen im gesamten Volkshauskomplex Denkmalschutzaspekte eine bedeutsame Rolle. Insgesamt wird die Sanierung an die 22 Millionen Euro kosten.



Text&Foto: Michael Groß

Urheberinformation: Zeitungsgruppe Thüringen GmbH & Co.KG

 

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